GRITA GÖTZE - APRILGRAS. KERAMIKEN UND PAPIERARBEITEN

GRITA GÖTZE - APRILGRAS. KERAMIKEN UND PAPIERARBEITEN
27.08.2016 - 08.10.2016
Erfurt
Keramik, Papierarbeiten


Grita Götze

Aprilgras
Keramiken und Papierarbeiten
Galerie Rothamel Erfurt
27. August bis 8. Oktober 2016
 
Künstlergespräch am Mittwoch, 14. September um 19 Uhr.
 
Grita Götze ist eine außerordentliche Malerin. Sie besitzt eine vollkommen eigenständige künstlerische Auffassung und weiß über Komposition, Anatomie, Perspektive, Kolorit und Textur mehr als viele zeitgenössische Star-Painter. Nur finden ihre Werke an den Wänden unserer Museen selten Platz, denn statt der Leinwand nutzt sie die Keramik als Medium. Das erschwert nicht nur den Zugang zu Ruhm und Anerkennung in der Kunstszene,  sondern ist auch handwerklich eine besondere Herausforderung.  Keramikfarben ändern ihren Ton beim Brennen, daher setzt der Umgang mit ihnen jahrelange Erfahrung und technisches Können voraus. Überdies ist es weitaus diffiziler, eine Zeichnung, eine Komposition auf einem  gewölbten, dreidimensionalen Grund anzulegen.
 
Grita Götzes Gefäße sind keine herkömmlichen Keramiken. Sie sind Skulpturen, allerdings ohne den anmaßenden Habitus des Ich-bin-ein-Kunstwerk-und-sonst-nichts, sondern mit Sinn fürs berechtigte Dasein. Sie dienen als Vasen, Teller, Tassen, Kannen usw., zumindest theoretisch. Ihre ausgesuchte Kostbarkeit, Einzigartigkeit und Perfektion macht ihren praktischen Einsatz zum Statement, zum Akt der Verschwendung, der Präsentation oder sogar des Kultes.
 
„Wer erfahren möchte, wie sich Schönheit und Naturbild im künstlerischen Gegenstand wechselseitig steigern können, der findet dazu in Grita Götzes keramischen Arbeiten faszinierende Anschauungsmodelle. Mit dem Gestus des Selbstverständlichen stehen in diesen Objekten Gebrauchsfähigkeit und Dekor, Gefäßform und Ornament in vollkommenem Einklang.“
Karin Thomas, 2006
 
An diesen Gefäßen arbeitet die Künstlerin wochenlang. Sie sind der sichtbare Luxus ruhender Zeit. Eigenwille und der erstaunliche Grad der Meisterschaft sind ihr Alleinstellungsmerkmal. Da gibt es kein Schielen zur Seite. Das ist eine Pracht, die sich um Konzepte, Trends, Innovationen und all die anderen Aktualitäten nicht im geringsten kümmert.
Rüdiger Giebler 2015
 
Die an der renommierten Burg Giebichenstein in Halle ausgebildete Keramikerin schafft sehr entschieden Kunstobjekte, die man benutzen kann, zum Beispiel Teller und Deckelvasen. Aber das Dekor, die Malerei, mit der sie ihre Artefakte schmückt, heben sie aus der Sphäre des Pragmatischen und machen sie zu Kunstwerken.
Michael Stoeber 2015
 
Gritas Arbeitsweise zeichnet sich durch einen geradezu anachronistischen handwerklichen Aufwand aus. Um sicher zu gehen, entwickelt die Perfektionistin in Versuchsreihen Engoben und Glasuren, probiert unterschiedliche Dekorationsvarianten aus und brennt sie. Erst wenn Farbton und der gewünschte Effekt mit ihren Intentionen übereinstimmen, überträgt sie in langwierigen Arbeitsabläufen die gewonnenen Erkenntnisse auf den eigentlichen Gegenstand und vollendet ihn.
Doerte Brekenfeld
 


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